Was sind Optionen?

Was sind Optionen?

Ich bin euch lange schon das letzte große Thema meines Blogs schuldig geblieben, den Optionshandel. Heute möchte ich in das Thema mit der Frage ‘Was sind Optionen?’ einsteigen. Ich selbst beschäftige mich nun schon seit 1,5 Jahren mit dem Thema und generiere damit im Vergleich zum eingesetzten Kapital einen durchaus ansehnlichen Cashflow. Mein XIRR bei meinem Optionsdepot liegt derzeit bei ca. 36 %.

Versicherungsvertrag als Beispiel

Wenn ich das Thema Bekannten und Verwandten erkläre, verwende ich gerne immer einen Vergleich zu Versicherungsverträgen. Daher möchte ich dieses Beispiel nun hier auch bringe, da es doch recht verständlich darlegt, worum es bei Optionen im Kern geht.

Nehmen wir als Beispiel eine KFZ-Teilkasko-Versicherung. Jeder der ein Auto besitzt weiß, dass man diese Versicherung in der Regel abschließt. Man zahlt der Versicherung dann eine Prämie und hat dann eine Versicherung als Absicherung. Im Schadenfall springt dann die Versicherung ein und begleicht den Schaden. Oder aber wir verzichten auf die Versicherungsleistung und übernehmen den Schaden selbst. Ist das Versicherungsjahr rum und wir hatten keinen Schaden, ist die gezahlte Prämie dennoch weg, wir erhalten sie nicht mehr zurück.

Die Versicherung hat also die Pflicht den Schaden zu übernehmen. Wir hingegen haben das Recht, aber nicht die Pflicht, den Schaden zu melden, damit er beglichen wird. Theoretisch könnten wir ihn auch selbst begleichen.

Bei Optionen verhält es sich im Prinzip genauso. Hier gibt es grundsätzlich die Möglichkeit, dass wir beide Seiten der Medaille einnehmen. Wir können also “Versicherungsgesellschaft” sein oder aber wie im obigen Beispiel Versicherungsnehmer.

Ich stelle euch im folgenden nun aber die Seite der “Versicherungsgesellschaft” vor. Da wir auf dieser Seite die Prämie kassieren können.

Call-Option

Bei Optionen spricht man immer von Call- und Put-Optionen. Beginnen möchte ich nun zuerst mit der Call-Option. Wie schon erwähnt, können wir beide Seiten der Medaille einnehmen. Also den Versicherungsnehmer, der die Prämie zahlen muss, dafür aber eine Versicherung erhält. Oder eben auf der anderen Seite die “Versicherungsgesellschaft”, die eben die Prämie erhält und gegebenfalls eine Leistung erbringen muss, wenn dies vom Versicherungsnummer gewünscht ist.

Schauen wir uns nun an, was eine Call-Option konkret bedeutet.

  • Eine Call-Option gibt dem Inhaber der Option das Recht (aber nicht die Verpflichtung!) bis zu einem bestimmten Ablaufdatum eine Aktie/ETF zu einem bestimmten Preis (dem Ausübungspreis oder englisch “Strike Price”) von der “Versicherungsgesellschaft” (also uns in dem Fall) zu kaufen. Wichtig dabei ist zu verstehen, dass er eben das Recht hat, die Aktie bzw. ETF zu dem festgelegten Preis zu kaufen, egal wie der Kurs am Ende steht.
  • Wir als “Versicherungsgesellschaft” oder einfach gesagt als Verkäufer, haben die Pflicht (wenn vom Käufer gewünscht), die Aktie bzw. ETF zum festgelegten Ausübungspreis zu liefern, egal, wie das Wertpapier an der Börse gehandelt wird. Für diese “Versicherungsleistung” erhalten wir eben die Prämie.

Gehe wir nun kurz auf die 3 Möglichkeiten ein, die eintreten können. Nehmen wir ein Wertpapier ABC mit dem aktuellen Kurs 100 Dollar. Sowie eine Call-Option mit dem Ausübungspreis von 130 Dollar.

  • Das Wertpapier steigt im Kurs stark (auf 140 Dollar) und steigt somit über den festgelegten Ausübungspreis unserer Call-Option. Der Käufer kann nun die Option einlösen und von uns verlangen, dass wir ihm das Wertpapier für 130 Dollar verkaufen müssen. Für uns wäre das also ein Verlustgeschäft. Er würde Gewinn machen, da er ja das Wertpapier sofort an der Börse auch wieder für 140 Dollar verkaufen könnte.
  • Das Wertpapier stagniert und schafft es bis zum Verfallstag/Ablaufdatum nicht den festgelegten Ausübungspreis der Call-Option zu erreichen. In diesem Fall wäre der Käufer der Call-Option “dumm”, wenn er bei uns die Einlösung der Option verlangen würde. Denn bei uns würde er ja 130 Dollar für das Wertpapier zahlen. Demnach wird er dies nicht tun und sich das Wertpapier eher an der Börse für den günstigen Preis holen. Die Option ist somit verfallen. Er hat die Prämie verloren. Wir können die Prämie behalten. Der optimale Fall für uns.
  • Das Wertpapier fällt im Kurs und erholt sich bis zum Verfallstag nicht mehr. Auch in diesem Fall verfällt die Option. Er verliert die Prämie und wir können diese behalten. Auch dieser Fall ist optimal für uns.

Wir sehen 2 von 3 Fällen enden zu unseren Gunsten und wir können die Prämie behalten.

Put-Optionen

Als nächstes möchte ich euch nun die Put-Option anschaulich erklären. Das Schema ist im Prinzip wieder das selbe. Schauen wir uns wieder an, was eine Put-Option konkret bedeutet.

  • Eine Put-Option gibt dem Inhaber der Option das Recht (aber nicht die Verpflichtung!) bis zu einem bestimmten Ablaufdatum eine Aktie/ETF zu einem bestimmten Preis (dem Ausübungspreis oder englisch “Strike Price”) an die “Versicherungsgesellschaft” (also uns in dem Fall) zu verkaufen. Wichtig dabei ist zu verstehen, dass er eben das Recht hat, die Aktie bzw. ETF zu dem festgelegten Preis zu verkaufen, egal wie der Kurs am Ende steht.
  • Wir als “Versicherungsgesellschaft” oder einfach gesagt als Verkäufer, haben die Pflicht (wenn vom Verkäufer gewünscht), die Aktie bzw. ETF zum festgelegten Ausübungspreis zu kaufen, egal, wie das Wertpapier an der Börse gehandelt wird. Für diese “Versicherungsleistung” erhalten wir eben die Prämie.

Gehen wir auch hier kurz auf die 3 Möglichkeiten ein, die eintreten können. Nehmen wir wieder ein Wertpapier ABC mit dem aktuellen Kurs 100 Dollar. Sowie eine Put-Option mit dem Ausübungspreis von 80 Dollar.

  • Das Wertpapier fällt stark im Kurs auf 60 Dollar und unterschreitet somit den Ausübungspreis von 80 Dollar. Der Options-Käufer hat nun die Möglichkeit die Option einzulösen und somit das Recht uns sein Wertpapier für 80 Dollar zu verkaufen, auch wenn es an der Börse nur noch 60 Dollar wert ist. Wir behalten Prämie, aber müssen das Wertpapier zum höheren Kurs kaufen.
  • Das Wertpapier stagniert und verläuft im Kurs seitwärts. Das Ablaufdatum ist erreicht und die Put-Option verfällt. Der Käufer der Put-Option hat die Prämie verloren. Wir haben diese gewonnen.
  • Das Wertpapier steigt stark im Kurs. Auch hier wieder verfällt die Put-Option am Verfallstag. Wir behalten die Prämie.

Auch hier wieder gewinnen wir in 2 von 3 Fällen.

Zusammenfassung

Du siehst also, dass wir bei beiden Arten von Optionen als Optionsverkäufer 2 von 3 Fällen für uns entscheiden und wir als Gewinner vom Feld gehen. Was schon einmal eine sehr gute Quote ist.

In dem ungünstigen Fall, dass die Situation gegen uns läuft, müssen wir aber keineswegs untätig zusehen und drauf warten, bis die Option eingelöst wird. Wenn wir merken, die Option läuft gegen uns, können wir jederzeit die Option auflösen und zurückkaufen. Wir müssen die Prämie dann zurück zahlen. Die Prämie der Option ist jedoch nicht in Stein gemeiselt, sondern verändert sich dynamisch. Je nachdem ob es wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher ist, ob eine Option eingelöst werden kann, steigt bzw. sinkt die Prämie. Zum Ende hin, wenn sich das Verfallsdatum der Option nähert, wird die Option immer wertloser. Daher sagt man eben am Verfallstag auch, dass die Option “wertlos verfällt”.

Wenn nun die Option im ungünstigen Fall gegen uns läuft, wird somit der Prämienwert steigern. Wir müssen dann praktisch eine höhere Prämie zurück zahlen, um die Option zurück zu kaufen, als wir ursprünglich erhalten haben. Wenn wir die Option allerdings geschlossen und zurück gekauft haben, laufen wir jedoch nicht mehr Gefahr, dass sie eingelöst werden kann.

Ich hoffe, die Beispiele waren einigermaßen verständlich. Im nächsten Artikel in der der Kategorie ‘Optionshandel’, werde ich euch das ganze weiter vertiefend erklären und auch konkrete Beispiele bringen, welche Einnahmemöglichkeiten sich mit dem Optionshandel uns als Investor eröffnen.

Wenn du Fragen hast, lasse mir diese gerne in den Kommentaren da. Ich versuche sie dann zu beantworten. Außerdem würde ich mich freuen, wenn du meine Seite abonnierst, so verpasst du keinen Artikel mehr und bleibst auf dem Laufenden über meine weiteren LendSecured Erfahrungen. Oder aber du schaust auf meinen Social-Media Kanälen (FacebookTwitter) vorbei und abonnierst diese, dort gibt es auch immer die neuesten Updates.

2 Kommentare

Simon Veröffentlicht am 23.Juli.2021

Hallo Thorsten,

super Artikel, sehr verständlich erläutert! Ich würde auch gerne mit Optionen starten und bin daher sehr gespannt auf deine weiteren Artikel. Darf ich dich fragen, welche Broker du verwendest bzw. welche du zum Start mit Optionen empfehlen würdest? Die in Deutschland ansässigen Broker bieten ja fast ausschließlich Optionsscheine an, bei denen man ja nicht als Stillhalter agieren kann.

Danke und viele Grüße,
Simon

    Thorsten Veröffentlicht am 23.Juli.2021

    Hallo Simon,
    schau mal hier Meine Options-Depot Empfehlung. Hier habe ich drei gute Depots vorgestellt, welche ich auch selbst schon in Verwendung habe. Hier kannst du günstig mit Optionen handeln. Bei deutschen Banken gibt es wie du schon sagst, teilweise gar keine Optionen, sondern nur Optionsscheine. Oder aber die Gebühren sind teilweise enorm (~20 Euro). Bei meinen drei vorgestellten Depots, kannst du ab 1-2 Euro Gebühr bereits Optionen handeln.
    Bei Fragen kannst du dich natürlich gerne melden. Ich helfe gerne.
    Liebe Grüße
    Thorsten

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